Ich bin dann mal weg – aber die Hoffnung bleibt

Nun ist es tatsächlich so weit: Nach vielen Jahren Engagement und vier Jahren im Präsidium von soWESTSTADT heisst es für mich «Ich bin dann mal weg.»

Es waren intensive Jahre. Wir haben diskutiert, organisiert, geplant, manchmal den Kopf geschüttelt und immer wieder angepackt. Vor allem aber haben wir erlebt, was möglich ist, wenn Menschen nicht einfach darauf warten, dass jemand anderes etwas tut.

Und natürlich gab es auch die eine oder andere Begegnung, bei der man sich fragte: Ist das jetzt wirklich nötig?

Meine jüngste Erfahrung passt wunderbar in diese Sammlung: Die Stadt Solothurn hat eine «eigene und neue» Machbarkeitsstudie zum Henzihof erstellen lassen. Wer sich dafür interessiert, kann diese sicher bei der Stadt einsehen. Immerhin: Wenn schon nicht alles machbar erscheint, ist zumindest die Machbarkeitsstudie in doppelter Ausführung machbar geworden.

Ich möchte an dieser Selle aber nicht mit einer Abrechnung aufhören. Dafür ist mir das Quartier zu wichtig.

Ich glaube weiterhin daran, dass wir uns einmischen dürfen. Dass wir Fragen stellen dürfen. Dass Ehrenamt nicht lästig, sondern wertvoll ist. Dass gute Ideen manchmal einen langen Atem brauchen. Und dass es sich lohnt, für Dinge einzustehen, die einem wichtig sind – auch dann, wenn der Weg nicht immer geradeaus führt.

Für mich sind das vor allem drei Dinge:

Gesundheit. Zusammen. Natur.

Gesundheit, weil wir Orte brauchen, an denen sich Menschen bewegen, spielen, begegnen und wohlfühlen können.

Zusammen, weil ein Quartier nicht nur aus Gebäuden besteht, sondern aus Menschen. Aus Nachbarschaft, Begegnungen, gegenseitiger Unterstützung und manchmal auch aus einer guten Portion Humor.

Und Natur, weil wir sie nicht nur verwalten, sondern erleben und bewahren sollten.
Gerade in einer Stadt brauchen wir Räume zum Durchatmen, für Kinder, für Tiere, für Pflanzen – und für uns selbst.

Ich gebe mein Amt als Präsidentin von soWESTSTADT ab.

Was danach kommt?
Ich weiss es noch nicht genau. Aber eines weiss ich: Die Hoffnung gebe ich nicht ab.

Vielleicht ist das überhaupt das Wichtigste, was ich aus den vergangenen Jahren mitnehme: Mann muss nicht jede Auseinandersetzung gewinnen, um etwas zu bewegen. Manchmal reicht es, dranzubleiben. Manchmal braucht es zehn Anläufe. Und manchmal braucht es einfach Menschen, die sagen: Wir probieren es trotzdem.

In diesem Sinne: Danke an alle, die mitgedacht, widersprochen, unterstützt, gelacht und weitergemacht haben.

Und an alle, die sich weiterhin für unser Quartier engagieren:

Bleibt unbequem, wenn es nötig ist.
Bleibt freundlich, wenn es möglich ist.
Bleibt zusammen, wenn es schwierig wird.
Und verliert die Hoffnung nicht.


Ich bin dann mal weg.
Aber ganz sicher nicht aus der Welt.

Barbara

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